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12.03.2011:


60.000 Menschen protestieren gegen die Atomkraft. Sie bilden eine 45 Kilometer lange Menschenkette zwischen dem Schlossplatz in Stuttgart und dem Atomkraftwerk in Neckarwestheim (Landkreis Heilbronn). Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Japan, die die Atomstrahlen aus Fukushima fürchten müssen. Vorausschauende Menschen wie Robert Jungk, Erfinder der Zukunftswerkstätten, warnten bereits vor 33 Jahren:


"Mit der technischen Nutzbarmachung der Kernspaltung wurde der Sprung in eine ganz neue Dimension der Gewalt gewagt. Zuerst richtete sie sich nur gegen militärische Gegner. Heute gefärdet sie die eigenen Bürger. Denn «Atome für den Frieden» unterscheiden sich prinzipiell nicht von «Atomen für den Krieg». Die erklärte Absicht, sie nur zu konstruktiven Zwecken zu benutzen, ändert nichts an dem lebensfeindlichen Charakter der neuen Energie. Die Bemühungen, diese Risiken zu beherrschen, können die Gefährdungen nur zu einem Teil steuern. Selbst die Befürworter müssen zugeben, daß es niemals gelingen wird, sie ganz auszuschließen. Der je nach Einstellung als kleiner oder größer anzustehende Rest von Unsicherheit birgt unter Umständen solch immenses Unheil, daß jeder bis dahin vielleicht gewonnene Nutzen daneben verblassen muß.

Ein durch technisches Versagen, menschliche Unzulänglichkeit oder böswillige Einwirkung hervorgerufene Atomkatastrophe würde nicht nur unmittelbar größten Schaden stiften, sondern über Jahrzehnte, Jahrhunderte, unter Umständen sogar Jahrtausende weiterwirken. Dieser Griff in die Zukunft, die Angst vor den Folgeschäden der außer Kontrolle geratenen Kernkraft wird zur größten denkbaren Belastung der Menschheit: Sei es als Giftspur, die unauslöschlich bleibt, sei es auch nur als Schatten einer Sorge, die niemals weichen wird."


zitiert aus dem Buch von Robert Jungk: "Der Atomstaat – Vom Fortschritt in die Unmenschlichkeit", München (Kindler-Verlag) 1977